Pflaumen (Prunus domesticus)

Die blau-violetten Zwetschgen mit dem pudrig erscheinenden Überzug gehören für mich untrennbar zum Bild des Herbstes. Sie eignen sich am besten für Kuchen und die warme Küche, anders als die runderen Pflaumen, die am besten roh gegessen werden. Die Unterschiede zwischen Pflaumen und Zwetschgen sind vor allem bei Kreuzungen schwer zu erkennen, bei den gängigen Sorten in den Geschäften hingegen fallen sie direkt ins Auge. Pflaumen sind rundlicher und ihr goldgelbes Fruchtfleisch löst sich nur schwer vom runden Kern. Die blau-violetten Zwetschgen sind länglicher und besitzen ein festeres Fruchtfleisch, das sich gut vom Kern befreien lässt.

Botanisch gesehen gehören Pflaumen und Zwetschgen aber beide zu der Pflanzenart der Pflaumen (Prunus domesticus), sowie die Mirabellen. Wenn man also von Pflaumen spricht, dann entweder von der Art, zu der auch die Zwetschgen und die Mirabellen gehören, oder von der Frucht, die sich – wie bereits erwähnt – von der Zwetschge unterscheidet. Diese etwas unklare begriffliche Trennung kann zu Verwirrungen führen. Beim Backen oder warmen Gerichten sollte aber immer die Zwetschge verwendet werden, da ihr festeres, etwas aromatischeres Fruchtfleisch für diesen Zweck besser geeignet ist.

 

Pflaumen und Zwetschgen schmecken nicht nur gut, sie sind auch gesund. Die rohen Früchte enthalten eine Vielzahl an Vitaminen: Vitamin C (5 mg), Vitamin E (600 µg), Carotin (210 µg), Vitamin B1 (70 µg), Vitamin B2 (45 µg), Vitamin B6 (45 µg) und Folsäure (2 µg)

und Mineralstoffen: Kalium (220 mg), Phosphor (18 mg), Calcium (14 mg), Magnesium (10 mg), Natrium (2 mg), Eisen (440 µg), Zink (70 µg).

[Die oben genannten Mengenangaben beziehen sich auf 100 g entsteinte Zwetschgen.1]

 

Wie alle blauen Früchte und Gemüsesorten sind Pflaumen außerdem reich an Anthozyane, die freie Radikale absorbieren können.

In getrockneter Form verdichten sich die Inhaltsstoffe und damit auch die pektinartigen Substanzen, die im Darm aufquellen, Giftstoffe binden und die Verdauung fördern.  Damit gehören Trockenpflaumen zu den klassischen Helfern bei Verstopfung und Verdauungsproblemen. Ingeborg Münzing-Ruef rät in ihrem Buch ›Kursbuch gesunde Ernährung‹: »Je nach individuellem Erfolg weicht man sich abends fünf bis zehn Stück ein und genießt sie früh nach dem Aufstehen samt dem Einweichwasser.«2

 

 

Quellen:
  • ›Lexikon der Biologie – Prunus‹, auf: http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/prunus/54424 (04.10.2017).
  • Leckere Pflaumen und Zwetschgen Dieses Obst stärkt unsere Gesundheit, auf: https://www.swr.de/kaffee-oder-tee/ernaehrung/pflaumen-und-zwetschgen/-/id=2244116/did=19911638/nid=2244116/xx0sm1/index.html (05.10.2017).
  • Münzig-Ruef, Ingeborg: ›Kursbuch gesunder Ernährung – Die Küche als Apotheke der Natur‹, München 2000, S. 269-271.

 

Anmerkungen:
  • 1Siehe Tabelle 3 auf: auf: http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/prunus/54424 (04.10.2017).
  • 2Münzig-Ruef, Ingeborg: ›Kursbuch gesunder Ernährung – Die Küche als Apotheke der Natur‹, München 2000, S. 271.

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